Angst vor der Jugend

14.April.21

Nach meinem Abendspaziergang hab ich mir ein Nudelgericht bestellt. Schon auf dem Gang des Spazierens begegneten mir 4 Jugendliche:

2 Mädchen und 2 Jungs.

Ich konnte sie von Weitem schon sehen, nachdem ich sie vorher schon gehört hab. Sie balgten laut herum und kreischten. Der Wind übertrug das Hörspiel. Man muss dazu wissen, nach einigen Tagen Schlechtwetteralarm, haben sich wohl auch die fauleren Stubenhocker hinauswagen dürfen.

Während ich näher komme, sehe ich sie vor mir. Sie sind klein, jedenfalls auch jung und aufmüpfig. Ich komme langsam näher, schwarzbunte Kleidung, sie kabbeln sich und zeigen ihre Handys, bewegen sich als Gruppe an einem Fleck in einem relativ großen Bewegungsradius.

Ich muss an ihnen vorbei. Außer durch die Mitte ihrer Gruppe zu gehen, bleibt mir wenig übrig. Einer von den Jungs ist recht pummelig, er greift nach dem Handy eines Mädchens, als sie sich das Teil gerade in die Hosentasche stecken will.

Ich husche schnell an ihnen vorbei.

Puh – ganz schön gefährliche Situation, so in Pandemiezeiten.

Ich bestelle also mein Nudelgericht und warte. 10 min.

Mit dem Handy in der Hand. Auf zeit.de eine Rezension über Sahra Wagenknechts neues Werk hat es mir angetan.

Ich schlendere ans Abholfenster, die Zeit ist um. Von der Stelle, an der ich warte, bis zu dem Fenster, muss ich an 6 Fahrradständern vorbei. Wieder durchschlängeln. 

Die zwei aufmüpfigen Jungs winden sich um die Ständer herum, 3 Fahrräder fallen um. 

Neben mir sind 2 andere Parteien, die auch warten.

Keiner sagt was.

Die Jungs glotzen frech und fast angriffslustig in Richtung der Wartenden.

Ich geh an ihnen vorbei und kann es mir einfach nicht verkneifen: „Wollt ihr die Fahrräder nicht wieder aufstellen?“ „Das waren wir gar nicht, wir haben nichts gemacht.“

Ok krass, der Wind auch nicht.

Keiner sagt was.

Ich schaue sie müde an und sag nur: „Na dann.“

Pfff- und denken muss ich an GRM, von Sybille Berg oder den Herrn der Fliegen. An die verwahrlosten Jugendlichen. Und mit verwahrlost meine ich nicht das Aussehen oder so, sondern das sichtbare Fehlen einer Wertschätzung des guten Gemeinwohls, gepaart mit einer unberechbaren Aggressivität. Desillusioniert. Aber erschreckend. Böse ohne Grenzen, fast wie die Trolls in den sozialen Netzwerken.

Gar kein Bock – ich lese es lieber in dem Buch weiter.

Ciao Amigos 

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