Seaspiracy – Filmtipp

12.April.21

Hab einwenig gewartet, dass der erste Hype abflaut. Man kann sich ja sonst über fast nichts mehr rational-ruhig unterhalten.

Wieder ein Grund, keinen Fisch mehr zu essen und weitgehend auf tierische Lebensmittel zu verzichten. Zumindest ist dies möglich für jene, die die Wahl haben und auf Alternativen in der Ernährung zurückgreifen können.

Wieder wird aus Gier jegliches natürliches Gleichgewicht gefährdet, verschiedene Lebewesen in den Weltmeeren werden mehr und mehr dezimiert.

Nicht, dass Überfischung und das Auslöschen konsekutiver Organismen in Nahrungsketten ausreichten, durch unseren undurchdachten und oft rücksichtslosen Umgang mit Ressourcen tragen wir zudem zur Verschmutzung der Weltmeere bei.

Der kommerzielle Fischfang mit augenwischenden Zertifizierungen und unglaublichen Mengen an Beifang sind in ihrem Ausmaß nicht zu fassen.

Verzicht, und nur Verzicht, kann als große Bewegung Druck ausüben.

Die Doku bietet in 89 min viel Aufklärung, starke Bilder und wenig Raum für Missinterpretation. Selbst wenn einige Fakten kontextuell anders eingeordnet abgeschwächt wirken würden oder umstritten sind, kann all dies nicht über den offensichtlich destabilisierenden Einfluss des Menschen auf die Meere der Welt hinwegtäuschen.

Fährt man an Küstenorte ans Meer und dort ins Fischrestaurant; kann man heute in den meisten Fällen davon ausgehen, dass Zuchtfisch aufgetischt wird, der nicht unbedingt unter guten Bedingungen gewachsen ist. Gut nach den Maßstäben der VerzehrerInnen, welche ungern wissen wollen, wie dieser Fisch auf den Tellern landet. Fangfrischer Fisch aus dem Meer hingegen, kostet zumeist ein Mehrfaches.

Die Gier nach mehr, nach Wachstum und ökonomischen Gewinn um jeden Preis, geht auf Kosten unserer Umwelt und am Ende auch auf Kosten von uns Menschen. Das passiert schon heute, nur haben wir bislang das Glück noch keine einschneidenden unmittelbaren Folgen leben zu müssen. Die Küsten vor Afrika werden weiterhin geplündert und Politiker machen nichts gegen das Stehlen von wildem Fisch vor fremden Gewässern.

Mit jeder Konsumentscheidung treffen wir eine Wahl, mit jeder Handlungsoption tragen wir auch persönlich Verantwortung für die Konsequenzen. Ob es unserem Gewissen passt oder nicht.

Ali Tabrizis Film besticht auch durch Hintergrundinformationen über Beifangmengen, Fischereifangnetze und korrupte Umweltorganisationen. Er ordnet populäre bekannte Bilder und Narrative ein und richtet den Zeigefinger deutlich auf die Fischereiindustrie. Gleichzeitig werden auch bekannte Wirkmechanismen und natürliche Zusammenhänge erklärt. Was passiert eigentlich, wenn die mal Meere leergefischt sind? 

Es lohnt sich diese Doku anzusehen, als motivierenden Mahner unserer Zeit und anschaulichen (Wieder-) Einstieg in diese wichtige Thematik.

Wichtige Links:

https://sea-shepherd.de

Faktcheck:

https://www.bbc.com/news/56660823

Weitere Einordnung:

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