Ovulation

18.November.20

Jedes Wort kann nachgelesen werden, gegoogelt werden und dann weiss man, was los ist, richtig?

Mitnichten.

Wir haben von vielen körperlichen Prozessen vage Vorstellungen. Oftmals noch als Fragmente vorhanden, vermittelt vor Jahrzehnten in der Schulzeit.

Solange man kein Fachexperte ist oder beruflich eine relevante Beziehung zu der Materie hat, bleibt es ein verschwommenes Bild aus dem Hauch von Ahnungen. 

Aber immer dann, wenn man Krankheitsbilder erläutert oder über Dysfunktionen von körperlichen Abläufen spricht, fallen einige Fragezeichen zum Kontext, zum Hintergrund oder zum Vorgang an sich auf.

Der weibliche Zyklus ist zumindest nachgewiesen für mind. ein Viertel der Frauen ein wiederkehrender Topos mit Schmerzen, Alltagseinschränkungen oder auch einfach relevanten Veränderungen.

Bestes Beispiel ist die Ovulation – der Eisprung. Ich nehme stark an, potentiell werdende Eltern interessiert das noch. Frauen, welche ihre Körper erkunden und vllt. neben dem medizinischen Fachpersonal, Menschen, die diese Prozesse bei Tieren interessant finden.

Ovulation (lat. ovum —> Ei) beschreibt den periodisch-wiederkehrenden Vorgang, wenn sich 1x im Monat eine Eizelle aus dem Eierstock loslöst.

Das schreibe ich nicht ohne Anlass. Tatsächlich nehme ich diese Vorgänge sehr deutlich wahr und natürlich habe ich mittlerweile auch meinen Zyklus ganz gut in der Wahrnehmung.

Zunehmender Durst, eine Veränderung des Appetits und Luft im Bauch nehme ich seit etwa 30 Stunden war. Ich hab persönlich den Eindruck, dass meine Körpertemperatur ansteigt und es gibt auch objektiv aussenwirksame Symptome, wie die Veränderung der Zervixschleimkonzentration.

Vor dem Eisprung produziert der Körper eine hohe Menge von Östrogenen, diese wiederum bedingen einen Anstieg des sog. luteinisierenden Hormons.

Die Aufgabe der Östrogene ist es, in der Scheide und dem Gebärmutterhals über die Schleimhäute für ein feuchtes Milieu zu sorgen.

Der zuverlässige Dominoeffekt des Körpers bewirkt als Folge des LH-Anstiegs eine Ausstossung einer Eizelle aus dem Eierstock. Dem Eisprung.

Bei dem Ganzen spielt der Faktor Zeit eine Rolle: Der Eisprung erfolgt etwa 24 -36 Stunden nach dem LH-Anstieg. Das Ei selbst reift in einem der Eierstöcke heran und von der Periode bis zum Zeitpunkt des Eisprungs vergehen etwa 12-16 Tage, was der Hälfte des Zyklus entspricht.

Ab jetzt ist die Frau für einige Tage fruchtbar.

Manchmal haben Frauen keinen (regelmäßigen) Eisprung, dann leiden sie womöglich unter PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom) oder haben Schwierigkeiten mit der Schilddrüse.

Häufiger bin ich in letzter Zeit über die Frage der Intimität in diesen Belangen angesprochen worden. Die Gesundheit des weiblichen Körpers und der weibliche Zyklus im Speziellen haben für das Thema physische und psychische Frauengesundheit eine große Relevanz. Zulange wurden dieses Thema und seine Auswirkungen künstlich tabuisiert, als Schwäche geframed.

Wissen und Prozesskenntnisse helfen allerdings dabei, sich selbst zu verstehen, seine Partnerin oder Freundin oder Tochter besser zu verstehen und in der Folge einen rücksichtsvollen Umgang damit zu finden. Bei all jenen, wo das bereits der Fall ist – super, ich freu mich richtig für euch!

Beim Rest – lasst uns gemeinsam lernen, denn selbst die Forschung beginnt hier erst in ihren Kinderschuhen zu laufen, da dieser Perspektivwechsel noch nicht lange her ist.

On top ist nicht zu vernachlässigen, dass um diesen Themenkomplex eine knallharte, ertragreiche Industrie entstanden ist und weiter wächst und damit ist nicht die Reproduktionsmedizin per se gemeint, sondern alle vorgelagerten und nachgelagerten/nebengelagerten Dienstleistungen.

Man kann mithilfe von Ovulationstests bspw. Heutzutage auch natürlich verhüten bzw. die natürliche Verhütung ergänzen.

More to come.

Ciao amigos

Ein Kommentar zu “Ovulation

  1. Meine Mitbewohnerin hat jetzt einen Flyer zur Periode erstellt und bei Freunden, Bekannten und in ihrer Schule verteilt, weil das echt so ein blinder Fleck ist. Auch so ein Buch wie „Lina, die Entdeckerin“ macht Hoffnung, dass unsere Kinder ein wenig mehr über den weiblichen Körper erfahren, als es zumindest noch bei mir der Fall war. Vielen Dank für deinen Beitrag, ich fand es sehr interessant.

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