Endlich Instagram gelöscht

01.Oktober.20

Ich liege im Bett, 21:30 Uhr und bin ausserordentlich müde. Ereignisreicher Tag heute. Bei 17 Grad Tageshöchsttemperatur friere ich wie verrückt und während ich auf dem Bauch liegend tippe, wärmt eine gut gefüllte Wärmflasche meinen Unterbauch. Selbstverständlich ist die Heizung an.

Gestern hab ich Instagram gelöscht. Endlich und einfach so. Was für eine Lebenszeitverschwendung, was für ein Suchtmacher. Der Moment, wenn deine Hand nach deinem Handy greift und du automatische Eingaben machst und plötzlich irgendwo landest. Bei mir bevorzugt auf Nachrichtenseiten oder eben Instagram. Ich bin drauf, schaue meinen Thread durch und merke, dass einer der Channel, den ich am liebsten mag auch auf Twitter ist. Die Entdeckung des Tages war das. Twitter hab ich noch nicht genutzt und Instagram wollte ich loswerden. Zuviel Marktmacht für den Zuckerberg.

Während des sinnlosen Rumscrollens im Feed oder in der Timeline gelange ich nach mehreren langweiligen Posts (alles irgendwie schon mal gesehen oder einfach nicht interessant) zu einem ernüchternden Moment, in dem ich mir selbst befehle, nun bis 10 runterzuzählen. Noch 10 Posts, weil die da zumeist auch doof sind, verhandele ich während des Weiterscrollens neu mit mir und sag dann sowas wie: Ok noch 5. Am Ende bin ich meistens übersättigt und unzufrieden.

Wie ursprünglich gedacht, finde ich Instagram vom Konzept her nicht schlecht, obwohl es weitgehend mit Bildern arbeitet. Gerade für bestimmte Nischen, Special-Interest-Gruppen oder Minderheiten-in-Mehrheiten-Konzepte, hat es das Potential zu empowern, einen Einstieg in ein Thema zu ermöglichen oder eben andere Bilder im Kopf groß werden zu lassen, als jene, die man bereits kennt. Dafür muss man aber wissen, was man will und sich auch ein stückweit mit der Funktionsweise beschäftigen. Meinen Instagram-Account habe ich mir gemacht, um das Netzwerk mal auszuprobieren. Da ich mich weigere Apps zu nutzen, hatte ich es die meiste Zeit nur auf dem Laptop. Aber es machte mich immer weniger fröhlich und vor allem hat es einfach so viel Zeit und Energie gefressen, für nichts. Der Mehrwert wurde immer geringer.

Ich hab also bei den Einstellungen und im Profil und so geschaut, um zu sehen, wo ich es denn löschen kann. Also mich löschen. Meinen Account.

Ich fand nur die Option das Konto zu deaktivieren, sozusagen erstmal eine Beziehungspause. Von meiner Facebooktrennung aus letztem Jahr wusste ich noch, dass der Facebook-Konzern es einem nicht leicht macht.

Ich habs also schnell in eine Suchmaschine eingegeben und kam da auf Chip oder sowas. Konnte da einem Link folgen und musste nur noch 3 Mal klicken. Ich wurde gefragt, ob mir klar wäre, dass meine Bilder gelöscht würden und das wars. Facebook hat sich etwas mehr Mühe gegeben, mich nicht gehen zu lassen. Rückblickend fühlt sich die Instagramtrennung an, wie eine Trennung von jemandem, der zu feige war, sich selbst zu trennen und gewartet hat.

Ich hab dann meinen Lieblingsort aufgesucht, das Bett. Ehrlich, sollte mich irgendwer suchen, ich lieg im Bett. Und lese, starre die Decke an, schaue die Wand an, träume umher oder sitze im Bett, esse, schaue Filme oder Youtube.

Mein Bett ist echt der beste Spot. Shout Out! 

Nochmal zurück zu Insta. Ich möchte keinen Nutzer be/verurteilen. Für mich ist es einfach das Zeitargument. Es ist sooo unnötig. Es ist, obwohl ich kein Hardcore-Nutzer war, schon viel zu viel Zeit unaufmerksam oder halbaufmerksam von 70% für mich persönlichem Müll geklaut worden. 

Als ich danach im Bett lag, habe ich meine Gedanken so hart schweifen lassen und konnte verdammt gut geschlafen.

Und dann reden alle von Handy-Detox, monitoren die Nutzungszeit am besten noch mit eigens dafür definierten Apps, das ist heftig. Wir haben diese sozialen Netzwerke aus meiner Sicht jetzt etwa mein halbes Leben. Sie machen uns süchtig und verändern uns. Aber die Wenigsten setzen sich wirklich mit der Metaebene auseinander, bis sie eines Tages ein wirkliches Problem damit haben, welcher Art auch immer.

Hier nochmal kurz die Geburtsjahre:

Insta 2010

Twitter 2006

Facebook 2004

Studi-VZ 2005

Youtube 2005

Google 1998 (ok, alt)

Wen das Thema übrigens mehr interessiert – in meinem Augen haben häufig die überzeugendsten Argumente: Jene, die lange in diesen Unternehmen gearbeitet haben und/oder and der Konzeption der Wirkmechanismen und Geschäftsmodelle beteiligt sind. Demnächst dazu mehr.

Ciao Amigos 

3 Kommentare zu „Endlich Instagram gelöscht

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