Pommes und GermanZero

23.September.20

Es ist 8 Uhr und nach einem 10-Stunden Homeoffice-Computertag, sitze ich am Laptop und und schaue eine Reportage, tippe und esse Pommes-rot. 

Rot-weiss gibt es für mich nicht mehr. Also zumindest keine normale Mayo, die ist bekanntlich nicht vegan.

Ich war grad draussen, habe ein Paket verschickt, bin weitergelaufen an einen zentraleren Punkt und habe mir dann Pommes gekauft. Wahrscheinlich die letzte Verkaufte an diesem Tag. Voll geil, schmeckt schon bombig. Und das trotz getrübten Geschmacksinns. Naja, Ketchup, Salz und Fett sind stark im Geschmack und überwinden jede Erkältung. Vielleicht nicht den coronabedingten Sinnverlust, aber immerhin. Außerdem, wir erinnern uns, wollten wir ja die Pommeskartoffelbauern weiter esskräftig unterstützen.

Oha, meine Reportage war zu Ende und jetzt kommt grad eine Werbung von Germanzero, die machen und bewerben wohl einen Klimaplan. Krasse Initiative – das ist echt ein bisschen erschreckend. Und wirkt sich voll auf meinen Appetit aus.

Ich bin jetzt völlig Bananas. Was ist denn bitte da los? Germanzero? Meine Pommes, oh wei. Sie schmecken schon wie Pommeszero.

Da macht ja fast jeder mit. Meine Lieblingstatortschauspieler, Jan Delay sogar Rezo. Hmpfff, also die Message der Werbung ist ja auch: „Das sind deine Freunde und die machen was Gutes und du willst doch bestimmt auch mitmachen. Du kannst ruhig mal auf die Website gehen“. Das natürlich neben dem Punkt, dass die geballte Power für (ich meine gegen) den Klimawandel benötigt wird.

Mein Gewissen ist manchmal leicht zu manipulieren. Noch habe ich mich zur Wehr setzen können, aber meine Neugier wird siegen. Sehr bald schon werde ich mir anschauen, was hinter der Initiative steckt. Und mir die Frage stellen, ob ich spenden will. 

Das ist übertrieben? Nein, die haben das in dem Werbeclip gesagt. Sie haben gesagt, man erhalte sofort eine Spendenquittung. Ich weiss ja nicht – Greenpeace, Utopia und eine recht bewusste, konsumreduzierte Lebensweise; weniger beeinflusst durch das Internet als durch meine Naturheilkunde-liebende Mutter und extrem sparsam lebende linke Freunde haben mich stark geprägt. Ich bin überrascht, wie gut diese Werbung bewusst und sicherlich auch noch unbewusst oder unterbewusst wirkt.

Der Tag ist einfach komisch. Rückblickend fühle ich mich, als würde er ausschliesslich meinem Arbeitgeber oder meiner Arbeit gehören. Und damit meine ich meine Lohnarbeit… gefällt mir nicht. Aber aus Strebergründen muss ich gleich noch was fertig machen. Ätzend, dabei hasse ich solche Menschen, Kollegen, die abends noch Emails versenden. 

Von einem besonderen Kollegen habe ich soeben folgende Email erhalten: „(…) mir macht aktuell viel Freude mit dir zu arbeiten, weil die Ergebnisse gut sind (…)“. Ehm, Entschuldigung. Was soll man bitte dazu sagen? Denkt er, das wäre ein Kompliment? Mir fällt auf jeden Fall viel ein, was ich ihm gerne darauf antworten würde. Natürlich nett und freundlich, keine Frage. Aber es ist Arbeit und wir arbeiten zusammen, auch wenn die Ergebnisse schlecht sind und es ihm keine Freude macht. Das freut mich dann umso mehr, ich mag nämlich Menschen unabhängig von Ergebnissen und Performances – behaupte ich mal so.

Jedenfalls, es ist nun 10 nach 9. Mach ich noch was oder nicht? Da der Tag ohnehin schon meiner Arbeit gehört hat, könnte ich das noch zu Ende bringen und stattdessen morgen länger schlafen oder so. Die Müdigkeit überfällt mich. Die Pumpe des Aquariums im Wohnzimmer brummt und von draussen dringen durch die geöffnete Balkontür Geräusche aus dem Balkon-U. Ich hab vor nicht allzu langer Zeit geduscht und gebadet. German Zero, wie kommen die auch auf den Namen? Ich hätte komplett andere Assoziationsketten.

Ich muss gähnen. Der Gipfel der Müdigkeit ist erreicht.

Ich machs fertig. Und chille morgen.

Ciao Amigos

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