Fernsehen am Wochenende im Jahre 2020

17.Juli.20

Heute ist Freitag. Ich hatte einen anstrengenden Arbeitstag, bin aber zum Glück zum Telefonieren ein wenig spazieren gegangen und werd mich gleich auch noch etwas dehnen und strecken.

Kennt ihr sicherlich – zum Abendessen hatte ich vor, eines der veganen Patties zu probieren, die uns ein Nachbar zugeworfen hat, von Balkon zu Balkon quasi.  Kurz vor meiner Periode habe ich häufig explizites Verlangen nach Fleisch(-Geschmack) und das ist gerade der Fall.

Der Fleischersatz hat mir aber leider nicht geschmeckt, wie so oft – irgendwie schmeckt mir Fleischersatz nicht mehr. Brauch ich ja aber auch eh nicht.

Langsam merke ich die Müdigkeit, sie ist überwältigend. Aber morgen früh würde ich gerne weiterschreiben.

In derselben Nacht.

Wirklich merkwürdig, ich würde mich grundsätzlich als gute Schläferin bezeichnen. Ungeachtet äußerer Faktoren ist Schlaf echt immer noch eines meiner liebsten Hobbies. Doch leider fällt es mir zunehmend schwerer gut reinzufinden. Ich glaub, das hat viel mit meiner Handynutzung und den rasenden Gedanken zu tun. 

Da ich nicht schlafen kann, möchte ich zumindest weiterschreiben, das hatte ich mir ja schon vorher vorgenommen. Außerdem reagiere ich wohl auch empfindlicher auf den Zeitpunkt des Abendessens. Ich hab nun zuletzt vor 2 – 3 Stunden gegessen und die Mahlzeit war jetzt nicht klein. Ich merke jedenfalls sehr deutlich, welchen Weg sie sich durch meinen Körper bahnt. Ich sollte in den kommenden Tagen bei einem späten Mittagessen einfach das Abendessen weglassen. So werd ich es in Zukunft handhaben.

Nach der Arbeit heute aus dem Homeoffice, hatte ich einen Overkill an digitalem Input und Informationen, sodass ich es als sehr entspannend erlebte, Klavier zu üben und sogar im Anschluss noch Musiktheorie zu lesen.

Anschliessend gedachte ich, entsprechend meines Konzeptes des Alleinseinfreitags, mich hinzuchillen und vllt. sogar einen Film zu schauen. Mein letzter Film vor 3 Wochen war der absolute Reinfall auf Netflix (der schwarze Diamant oder so). So wandte ich mich vertrauensvoll und motiviert durch die Erinnerung an die bereits gezahlten GEZ-Gebühren, hoffnungsfroh an das öffentlich rechtliche Mediatheken-Angebot.

Soviel kann ich schon verraten, ich war ernüchtert. Nicht, dass das Angebot per se ernüchternd war. Ich erkenne an, dass es durchaus ausgezeichnete Formate gibt. Das große Aber, liegt meines Erachtens jedoch darin, dass vieles einfach so langweilig war und die ARD-Mediathek gar nicht erst funktionierte. 

Auf Arte hatte ich ausnahmsweise von der Stimmung her mal keine Lust. So dropte ich ein bei ZDF. Am Ende habe ich eine Reportage über Corona bei Tönnies geschaut und im Anschluss Aktenzeichen XY, gelöst. Mir ist nämlich davor nicht bewusst gewesen, dass es neben dem ungelöst auch ein gelöst gibt. Diese Ausgabe begann dann gleich auch sehr heikel mit einer Kindesmissbrauchsstory. Durch die momentane mediale coverage des Themas, fühle ich mich in letzter Zeit schon häufig damit konfrontiert und betrachte persönlich Situationen mit Kindern auf dem Spielplatz etc. ganz anders. Argwöhnisch und misstrauisch.

Jedenfalls ging es im ersten Fall um einen ziemlich schrägen Täter, der ein megakomisches Verhalten an den Tag legte, zusammen mit der Tatsache, dass er beruflich eine natürliche Nähe zu potentiellen Opfern hatte. Ekelhaft – ohne Worte.

Im zweiten Fall ging es um einen Raubmord, wahrscheinlich in Tateinheit/Tatmehrheit mit anderen Straftaten. Nachdem ich mir solche Sendungen mal ansehe (das hatte ich z. B. bei einer Reportage über das Höxterhaus) kriege ich die Bilder schwerlich aus dem Kopf und bin aufgewühlt und nachhaltig verstört. Naja, danach versuchte ich mich fröhlich zu machen, aber das konnte weder YouTube noch Instagram; Social Media am Arsch.

Ah, 0:05 Uhr, heute ist also schon wieder morgen. In dieser Woche ist soviel passiert. Morgen könnte ich von meiner Verabredung mit Mary on erzählen, dem Bierchen mit meinem Vermieter und der Wirecardstory, oder von einer alten aufgedeckten Geschichte meines Vaters berichten.

Übrigens, Felix schrieb mir gestern und fragte, ob ich mit ihm telefonieren wollte. Hab ich nichts gegen gehabt, war für mich nur zu spät und ich antwortete: ja, vllt. klappt es ja morgen oder sowas. Hat aber nicht geklappt – er und ich haben nicht telefoniert. Wollte ich nur mal festhalten, for the record.

Ob ich wohl jetzt werde schlafen können? Meine Blase ist jedenfalls supervoll, so wird das nicht klappen. Ich muss mal wohin.

2 Kommentare zu „Fernsehen am Wochenende im Jahre 2020

  1. Ich war so angetan zu lesen, mit welche Lässigkeit du über deinem verlebten Tag schreibst. Ich hätte Schwierigkeiten alles auf die Reihe zu bekommen.
    Super die Idee, Freitag alleine zu verbringen. So kommt man zu anderen Ideen. Zum Beispiel. Die ARD. Mediathek anzusehen. So wie du es festgestellst hast. Haben wir es auch. Es ist nicht. Das Gelbe von Ei.
    Hoffe, die Nächten Freitage könntest Du besser einschlafen. Also. bitte nicht so eine schwere Sendung amzusehen😜

    Gefällt 1 Person

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