Mentale Vorbereitung

12.Juli.20

Nachdem die vergangenen Tage emotional anstrengend waren, komme ich nun in eine Phase, in der meine mentale Stabilität ganz gut ist, aber meine physische nicht unbedingt. Nehme ich zumindest an. 

Noch war ich heute nicht auf Toilette. Mich zieht es zu süßen, salzigen, saftigen und trockenen Kohlenhydraten. Obst kann dieses Bedürfnis nicht erfüllen. Eine Pizza auch nicht. Tja, es ist nun schon Abend und dieser Sonntag war bislang sehr ruhig und passte perfekt zu meinen körperlichen Bedürfnissen. Ich hab ein Bad genossen, schön telefoniert, gut gegessen, habe sogar etwas Tolles gelesen, Klavier gespielt und beim Friseur war ich auch.

All das, damit ich nicht wieder zu spät bin beim Telefonat – nach dem Fiasko am Mittwoch. In 5 Minuten soll er anrufen, oder ich, oder auch etwas später, denn es hieß: so um 9. Was für mich eher nach 9 bedeutet, vielleicht mit dem akademischen Viertel inkludiert. Anyway, nach dem Desaster vom Mittwoch dachte ich, es wäre nicht schlecht, sich hier besser vorzubereiten und nicht so viel potentielle Störfaktoren zuzulassen. Ich sag‘ ja – bei mir passieren oft komische Dinge. Ich sitze also mit dem Laptop auf dem Schoß auf meinem Bett an der Kante und habe die Füße auf dem Boden und einen unangenehmen Geruch in Nase und Augen *g*. Also meine Augen riechen natürlich nicht, aber der Geruch der Fußhornhautentfernersocken (ich weiß, voll unnötig!!) ist beißend und fies. Also muss ich unbedingt meine Füße auswaschen, bevor ich hier entspannt sein kann, und lüften. BÄH. Warum sagt einem das keiner richtig? 

Ich hab‘ die Socken aus 2 Gründen gekauft: 

a) Jölle hat sie auch gekauft und schwört darauf.

b) Die Königin der Pediküre, bei welcher ich im Schnitt 2x jährlich vorstellig werde, ist leider länger im Urlaub … Und davor war Corona. Ist ja immer noch und bleibt wohl auch erstmal.

Außerdem bin ich c) meganeugierig und wollte die Socken einfach testen. 

Jetzt ist ungefähr eine halbe Stunde um und ich muss sie auswaschen. Ok, laut Anleitung ist das der frühstmögliche Zeitpunkt.

Im Übrigen sitze ich eigentlich auch nur mit dem Laptop auf dem Schoß, weil meine ursprüngliche Intention es war, mich inhaltlich auf diese Gespräch irgendwie vorzubereiten. Sprich, meine Gedanken zu sortieren, damit ich zufrieden aus diesem Gespräch rausgehen kann und nicht wie so oft mehr Fragen als Antworten habe und womöglich noch kreisende Gedanken riskiere. Aber ich hoffe nicht, dass es so weit kommt – immerhin ist meine Eisprungphase vorüber.

Was verspreche ich mir aus diesem Gespräch mit Felix? Ich hab‘ so viele Fragen oder auch einfach keine Fragen, habe berechtigte Zweifel und die Frage, ob sie berechtigt sind. Und ganz im Ernst, so viele Missverständnisse kann es nicht geben. Manche Sachverhalte, Situationen und Meinungen muss man an seinem Partner einfach nicht verstehen und viele Fragen, die ich stellen würde, könnte ich mir vielleicht sogar selbst viel besser beantworten. 

Mist, es ist schon 7 nach.

Meine Nase ist zu, meine Augen haben keine Lust mehr und meinen Füßen fröstelt’s in diesen unbequemen Plastiksocken. Zu allem Überfluss würde ich auch noch gerne aufs Klo gehen, aber ich möchte ihm nicht schreiben, dass ich noch einige Minuten bräuchte. Das wäre sooo strebermäßig. Nein, ich will es nicht wieder verkacken und Schuld sein, aber ich tue mir sicherlich einen Gefallen, wenn ich entspannt bin. 

Also, ich geh‘ jetzt ins Bad und berichte später.

Später

Das Gespräch ist nun vorbei. Jetzt ist 2 Stunden später. 

Was ist geblieben an Inhalten? Rassismus, USA, Obstplantagen und „Meine Freunde haben gesagt …“. 

Wow. Ich verstehe jetzt jeden, der sich in der Vergangenheit über diese beliebte Argumentation geärgert hat. 

Alle anderen außer dir. Ich kenne niemanden außer dir. Meine Freunde haben gesagt … WTF! Meine Freunde am Arsch. Das ist so ein richtiges Nulllargument. Also wenn es hier ein Minus gäbe, wäre es sogar ein Minusargument. Was interessieren mich denn Felix’ neue Freunde? Die kennen mich nicht und ihn auch noch nicht lange, Pech. Pfff, meine Freunde sagen auch alle, die Beziehung war keine Wohltat für mich, und würden ein Refresh gerne verhindern. Aber spielt das eine Rolle? 

Ich bin gerade verärgert und etwas traurig und wie so oft irritiert. Er sagte dann auch gegen Ende so etwas wie: „Ich finde, wir müssen das mal in Ruhe besprechen: Das war ja auch ein sehr hartes Gespräch.“ 

Ähm, kennt ihr das Gefühl, wenn euch euer Partner vermittelt, ihr wärt Schuld daran, dass die 8 Jahre lange Beziehung schlecht war und dass die Beziehung überhaupt einfach schlecht war? 

Wow – und wo war der Partner? Immerhin hat er zu 50 Prozent auch stattgefunden. Und vor allem, wenn alles so schlecht war, wieso will er es denn nochmal versuchen? Ich bin abgetörnt. Keine Ahnung. Echt, ich möchte eigentlich auch nichts mehr davon wissen, das tut mir nicht gut.

Ich sollte mich darauf besinnen, als Mensch mein Leben zu genießen.

Ciao amigos

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