Rasende Gedanken

11.Juli.20

Durcheinander – ich bin völlig fertig. Heute bin ich leider wieder eher aufgewacht, als ich es eigentlich vorhatte. Aber das liegt daran, dass ich momentan rasende Gedanken habe, was für mich eher unüblich ist. Ich habe in dieser Woche meinen Eisprung gehabt, den ich körperlich sehr deutlich merke, und dennoch frage ich mich: Wieso wache ich an einem Samstag so früh mit rasenden Gedanken auf? Nervig.

So hab ich mich zunächst aufgemacht, um meine Blase zu entleeren, mir einen Tee gekocht, mich wieder ins Bett gelegt und ein wenig zu einem Thema recherchiert. Kennt ihr die Menschen, die immer den Fernseher laufen haben, egal was ist? Die einfach keine Stille, keine Leere ertragen können? So fühle ich mich gerade. Ich muss mir permanent Informationen oder irgendeine Ablenkung reinziehen, weil ich gedanklich einfach nicht zur Ruhe komme. Gestern war ich bei Jölle hier auf der Straße und sie hatte Besuch von einem guten Freund, zudem war auch ihr Mitbewohner da. Ihr depressiver, dünner Musiker-Mitbewohner. Den guten Freund würde ich als „esogrünen“ Weltverbesserer-Schamanen beschreiben.

Naja, zusammen haben wir diniert und im Anschluss klangvolle und tänzerisch sehr ausdrucksstarke Ovulationssongs angestimmt. Die Performances in der großen Küche gipfelten in dem von Britney Spears inspirierten My Ovulation is killing me, Hit me Baby one more time und verschiedenen Vengaboys-Abwandlungen.

Das war wirklich lustig, machte mir aber die Verzweiflung über meine Lage des hormonellen Ausgeliefertsein noch klarer. Ich mein‘, nach meinem Verständnis ist das Bedürfnis nach sexueller Befriedigung im Zeitraum des Eisprungs bei Frauen sehr ausgeprägt. Da muss wohl was raus. Ich betone übrigens den Terminus Frauen – wann auch immer Frau sich zu dieser Gruppe oder Spezies hinzuzählt. Mit Anfang 20 hatte ich zumindest noch kein Bewusstsein darüber. Dies kam erst mit Eintritt des Kinderwunschzeitalters. 

Das Kinderwollenparadoxon. Ich glaube mittlerweile: Wenn wir Frauen mit Ende 20 dann doch einen Kinderwunsch erfahren, beginnen wir diesen auch körperlich wahrzunehmen (Wahnsinn). So kommt es mir manchmal vor.

Als würde mein Körper den Zustand des Noch-nicht-geboren-Habens einfach nicht mehr ertragen können und massiv dagegen aufbegehren. Ich erinnere mich gut daran, als ich mit 23 noch dachte: Jaaa, ab 30 ist man ja schon Spätgebärende. Nach dem Motto: Mich würde das schon nicht betreffen. Wobei ich dabei völlig außen vor gelassen habe, dass natürlich parallel auch einfach das Leben passiert, und ich manchmal fürchte, es arbeitet nicht immer für die gute Sache. 

Nun ja, hier bin ich also mit meinen 33 Jahren in einer länger bereits unsicheren Nicht-doch-Partnerschaft mit einem wunderbaren Felix. Mit regelmäßig kraftvoll mahnenden Eierstöcken und keinem Kind … 

Das Schlimme an diesen Stimmungsschwankungen ist, dass man sie nur schwer im Griff hat und sich ihnen ausgeliefert fühlt. Manchmal kann ich mich selbst von außen betrachten. 

Ich sehe und fühle mich dabei einfach nur erschöpft und fertig. 

Ich nehme mich selbst als extrem anstrengend und lästig wahr. 

All das zusammen mit der Tatsache, dass ich zu mindestens 50 % eine eher extrovertierte, impulsive Persönlichkeit habe – ein Pulverfass! 

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