Kopfdrama und Ausgesperrt

08.Juli.20

Jetzt kann ich nicht einschlafen. Und ich habe mir vorgenommen, das anzunehmen, wenn ich mal Einschlafschwierigkeiten habe, und einfach was anderes zu machen. Früher hätte ich mich geärgert und selbst gerügt. Heute mache ich einfach etwas anderes als Schlafen. Ganz selten funktioniert es mit Lesen, oft mit Internetzapping.

Auf Hörbücher habe ich gerade keine Lust und manchmal muss ich aufstehen und ans Klavier. Nun also das Schreiben. Ich glaube, das ist ganz gut. So kann man sich etwas von der Seele schreiben, und ich bin insgesamt sehr gespannt, ob Tippen am Ende zumindest für mich persönlich die gleiche Wirkung hat wie Schreiben auf Papier mit der Hand, in einer grausigen Krakelschrift, sodass ich mich selbst immer wieder ermahnen muss, ordentlich zu schreiben, denn ich kann es meist selber nicht mehr lesen.

Heute habe ich mir einfach freigenommen. Mitten in der Woche, einfach so. Ursprünglich hatte ich beabsichtigt, Longboard zu fahren mit zwei Freunden, aber es spielte weder das Wetter mit noch die Longboards.

Nun ist es so. Pech.

Da es aber heute zum langersehnten Regen kam, habe ich mich eher mit Indooraktivitäten begnügt, die an sich ja auch schön sind.

Der Tag war sehr, sehr schön, bis zu meinem Telefonat um halb 9 mit Felix, welches durch einen leeren Akku beendet wurde. Von da an ging alles bergab. Und deswegen sitze ich jetzt hier und schreibe, weil ich nicht schlafen kann.

Nun, zunächst hatte ich Besuch von Paul. Paul ist ein ganz toller Mensch und Freund. Wir haben meine Autoreifen aufgepumpt und waren im Baumarkt, schliesslich haben wir noch Abendessen zubereitet. Essen ist übrigens bei mir zu einer wahren Herausforderung geworden, denn neuerdings hat ja jeder meiner Freunde und Bekannten eine Lebensmittelunverträglichkeit oder Allergie. Oder es ist mir bloß nicht früher so ins Auge gestochen. Mit mir als Veganerin ist Essen ein Abenteuer, aber auch mit Basti und seiner krassen Nussallergie und mit Paul und seiner Glutenunverträglichkeit. Dazu aber in einem anderen Bericht. Zu heute Abend also: Nachdem Paul und ich gekocht und gegessen haben, rief ich nach Termin Felix an. Wir kamen gut ins Gespräch, allerdings war ich etwas angespannt, weil ich dachte, es könnte blöd rüberkommen, wenn ich erwähne, dass Paul da sei. Erstmal, weil Felix Paul nicht kennt, und zweitens, weil ein Gespräch dann von vornherein zeitlich limitiert gewesen wäre, das wollte ich nicht, denn so oft sprechen wir nicht miteinander.

So sprachen wir also über dieses und jenes (neue Frisur, gutes Hautbild und Jobentwicklung). Nun muss man wissen, dass nach meinem Verständnis Felix und ich zwar nach unserer Trennung im vergangenen Jahr kein Paar mehr sind, aber uns das Wort gegeben haben, einen Versuch nochmal zu starten. Ich hatte verstanden, dass wir einen gemeinsamen Plan verfolgten und unter neuen Bedingungen einen Neuanfang versuchen wollen. Nun bin ich vollends verunsichert, denn heute sagte er mir ganz nebenbei, dass er einen Urlaub mit seiner gesamten Familie vorhabe, mit dem Ergebnis, dass ich mich tatsächlich gekränkt, weil ausgeschlossen fühlte. Natürlich habe ich mich gefragt, ob ich umgekehrt auch ihn mitnehmen würde? Aber ich denke schon, zumindest würde ich ihn fragen, denn man möchte doch die Menschen, die man lieb hat, gerne bei sich haben. Felix wird nicht müde zu betonen, dass ich ja die Beziehung beendet habe (stimmt!). Und sagte dann auf meine Nachfrage, er habe sich nicht vorstellen können, dass ich überhaupt mitgewollt hätte.

Aber ja, verstehe ich. Ich denke aber, wenn man eine gemeinsame Zukunft plant, kann man den anderen doch vielleicht inhaltlich abholen. Es ist emotional sehr anstrengend, denn ab einem bestimmten Punkt nach der Trennung hab‘ ich innerlich wieder ,,ja“ gesagt und daraus erwachsen für mich andere Erwartungen. Anyway, jedenfalls war ich unzufrieden und mein Akku ging während des Gesprächs leer; dann war mir als Gelegenheitsraucherin arg nach einer Zigarette und ich zog mich an, um zum Kiosk zu gehen.

Beim Hinausgehen (Paul war hinter mir) stellte ich fest, dass mein Schlüssel nicht an der Frau, sondern in der Wohnung war. Tja, meine Mitbewohnerin in Portugal konnte mir um fast 10 Uhr abends auch keinen Ersatzschlüssel mehr klar machen. So bin ich schnurstracks mit Paul zu meinem Nachbarn Thomas und wir haben den Schlüsseldienst angerufen.

Dort bekamen wir vom rausgeweckten Thomas je ein alkoholisches Kaltgetränk und Zigaretten. Wir haben einen preisgünstigen Schlüsseldienst über Google ausfindiggemacht und der Mensch wollte in einer halben Stunde da sein. Dumm nur, dass Pauls Handy (meins war in der Wohnung!!!) auf stumm geschaltet war und wir eher zufällig aus einem angeregten Gespräch heraus aufs Handy schauten, nur um festzustellen, dass der Mann vom Schlüsseldienst 8 Mal angerufen hatte. Zu allem Überfluss war nämlich auch noch Thomas‘ Türklingel defekt. So kam es, dass ich richtig genervt mit Bier und Kippchen den Menschen bekniete, doch nochmal zu kommen, denn er war mittlerweile wieder zu Hause. Und weil ich denn auch manchmal Glück habe, kam er wieder zurück und ich für gutes Geld wieder in die Wohnung.

Das war dann 4 Kippen später – Alkohol und Zigaretten machen keinen guten Schlaf. Ich denke, deswegen ist es grad doof.

Anyway, ciao amigos

Kommt Migos eigentlich von amigos; also der Bandname?

Schau‘ ich direkt mal nach.

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